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Vertragsklauseln zum IT-Projektmanagement

Computer und Recht 2021, 145 ff (Aufsatz)

Für die aktuelle Ausgabe (3/2021) der Zeitschrift Computer und Recht (CR) habe ich zusammen mit RAin Dr. Truiken Heydn einen Beitrag unter dem Titel „Vertragsklauseln zum IT-Projektmanagement“ veröffentlicht. In diesem Beitrag beleuchten wir mit der Expertise eines externen Rechtsanwalts mit Prozesserfahrung und eines in das Projektteam des Auftraggebers integrierten In-house-Juristen die grundlegendsten Herausforderungen bei Verträgen über die Implementierung von Anforderungen des Auftraggebers in eine Standardsoftware. 
 
Das Marktforschungsinstitut Gartner erwartet ein Wachstum der weltweiten IT-Ausgaben im Jahr 2021 um 6,1%. Mit dem wachsendem Budget muss jedoch nicht nur der Betrieb unter laufender Anpassung an immer schnellere Innovationen finanziert werden. Ein erhöhtes Maß an Digitalisierungsdruck zwingt zum Umdenken von der Frage, wieviel IT finanziert wird, hin zu der Frage, wie die IT finanziert wird. Kostenmanagement ist mehr gefragt denn je. Dass ca. 20% aller IT-Projekte abgebrochen und nur weniger als 50% erfolgreich abgeschlossen werden, kann nicht länger hingenommen werden. 
 
Klassische Projektmanagementmethoden bieten eine hervorragende Grundlage dafür, die einem komplexen Projekt innewohnenden faktischen und rechtlichen Risiken der Partei zuzuordnen, die sie am besten steuern kann, die jeweiligen Rechte und Pflichten sicher zu verankern und dem Projektteam eine Handlungsanleitung für verschiedene Risikosituationen mitzugeben. 
 
Der Beitrag enthält eine Klausel zum Umgang mit der Situation, dass der Auftraggeber eine vereinbarte Mitwirkung nicht leisten kann. Dabei wird danach differenziert, ob die betroffene umzusetzende Anforderung eine für das Projekt essentielle Anforderung ist oder nicht (so genannte „Sonderlocke“) und ob die Mitwirkung vom Auftragnehmer kostenpflichtig übernommen werden kann oder nicht. Der klar strukturierte Prozess ermöglicht dem Auftraggeber in jeder kritischen Situation auf der Basis substantiierter Informationen eine qualifizierte Entscheidung mit Blick auf den Business Case zu treffen. 
 
Ich danke Frau Dr. Heydn für die schöne Zusammenarbeit!